“Chemo oder Vitamine?”

Mit dieser Suggestivfrage als Titel verbreitet Verschwörungstheoretiker und Aids-Leugner Matthias Rath derzeit auf einer Vortragsreise seine Ansichten zum Thema Vitamine und Krebs – heute (am 13. März 2012) in Berlin. Seine Thesen als solche sind bereits von Berufeneren lang und breit diskutiert worden. Deshalb belasse ich es hier bei dem Verweis auf Esowatch und die GWUP.

Was mich – ich bin nur zufällig durch ein Plakat an der S-Bahn darauf gestoßen – daran interessiert, ist vor allem, wie eine solche Veranstaltung abläuft. Wer ist das Publikum? Wie zahlreich wird es erscheinen? Welchen Tonfall werden Vortrag und Diskussion haben? Wie wird mit kritischen Fragen umgegangen? Wie gläubig oder kritisch sind die Zuschauer? Und vor allem: Wie wird er versuchen eine Glaubwürdigkeit zu erzeugen? Oder hat er gar überzeugende Argumente? Das sind die Fragen, die mich heute Abend ins Stage-Theater am Potsdamer Platz treiben. Und ich werde versuchen, alles, was ich bereits über Hern Rath und seine Aktivitäten gelesen habe, auszublenden und herauszuhören, welche Details tatsächlich überzeugend sein könnten und zu überlegen was gegebenenfalls dran sein könnte.

Der Veranstaltungsort

Normalerweise finden im Berliner Stage-Theater am Potsdamer Platz erbaulichere Veranstaltungen wie Die Schöne und das Biest oder Auftritte der Blue Man Group statt. Und nicht zu vergessen natürlich Udo Lindenbergs Musical. Was ein bekanntes Musical-Theater, das als eine der Hauptspielstätten der Berlinale bekannt ist, dazu bringt, Menschen wie Matthias Rath eine Bühne zu geben, kann ich nicht nachvollziehen.

Ich vermute, dem Betreiber geht es ähnlich wie den Universitäten. Denn die befinden sich auch in dem Dilemma, dass sie einerseits ihre Räumlichkeiten vermieten müssen aber sich damit andererseits gerade für Pseudowissenschaftler und religiöse Fundamentalisten, die sich durch einen solchen Veranstaltungsort in die Nähe eines wissenschaftlichen Anspruchs rücken können, attraktiv machen.

In jedem Fall bin ich gespannt, ob Veranstaltung und Veranstaltungsort zueinander passen? Wird das Stage-Theater aus allen Nähten platzen? Wird sich ein verlorenes Häufchen im Parkett herumdrücken? Oder findet alles einfach in einem kleinen Nebenraum statt?

Meine Fragen

Natürlich ist es auch für einen kritischen Zuhörer guter Stil, dem Vortrag aufmerksam zuzuhören und Widerspruch in Form von kritischen Fragen und begründeten Einwänden zu äußern. Ob ich Gelegenheit haben werde, meine Fragen an den bzw. die Referenten in einer Anschlussdiskussion zu stellen, weiss ich nicht. Aber zum Glück folgt mir neuerdings jemand oder etwas namens Movemnt_of_Life auf Twitter. (Wirklich ohne “e” und offensichtlich Raths Organisation, denn dort wird reichlich Werbung für die Veranstaltung gemacht.) Daher habe ich die Fragen, die ich stellen würde, einfach schonmal vorab getwittert:

Da @Movemnt_of_Life mir folgt, erlaube ich mir, die Fragen, auf die ich mir heute eine Antwort erhoffe, zu twittern.

@Movemnt_of_Life: Was belegt die Vermutete Verschwörung in der Pharma-Industrie ausser dem Cui-Bono-Argument?

@Movemnt_of_Life: Was belegt die Vergrößerung der positiven Effekte von Vitaminen auf das Krebsrisiko bei Steigerung der Menge?

@Movemnt_of_Life: Alle Medikamente sind in Überdosis gefährlich? Weshalb ist das ein Argument speziell gegen Chemotherapie?

@Movemnt_of_Life: Krebszellen reagieren empfindlicher auf Chemotherapie als gesunde Zellen. Richtig oder falsch?

@Movemnt_of_Life: Falls richtig: Wie belegen Sie, dass Chemotherapie einseitig Schadet und die Neubildung von Krebs fördert?

@Movemnt_of_Life: Falls falsch: Wodurch belegen sie, dass diese allgemein anerkannte Darstellung falsch ist?

(Zwischen 18:05 und 18:10, die Rächtschraipfähla von mir im Original.)

Die Veranstaltung

Ich bin ein bisschen erstaunt (und auch ein bisschen entsetzt) über den Zuspruch. Der Kerl (bzw. seine Stiftung) hat tatsächlich das ganze Theater gemietet. Im Foyer (das nicht gerade aus allen Nähten platzt aber doch gut gefüllt ist) gibt es ein Come-Together mit Buchverkauf und Info-Ständen von einigen Schwesterorganisationen. Das Publikum ist durchschnittlich und altersmäßig relativ gleichmässig zwischen 40 und 70 verteilt. Leute unter 30 sehe ich nur sehr vereinzelt.

Die eigentliche Vortragsveranstaltung findet tatsächlich im großen Saal statt (in dem aber nur das Parkett zugänglich ist). Ich schätze knapp 1100 Sitzplätze von denen zu Beginn des eigentlichen Vortrages ein gutes Drittel bis die Hälfte besetzt ist – also ganz grob geschätzt gut 400 Zuhörer. (Nachtrag: Movemnt_of_Life twittert anschließend eine Schätzung von ungefähr 600.)

Das Podium

Auf der Bühne steht ein Rednerpult sowie ein Tisch für sechs Diskutanten. Namensschilder gibt es für

  • Bundesgesundheitsminister Daniel Bahr,
  • Matthias Müller von Blumencron und
  • Georg Maccolo, beide Chefredakteure des Spiegel,
  • Dr. Ulrich Seemann,
  • Dr. Alexandra Niedzwiecki (Leiterin von Raths Forschungsintitut) sowie
  • Dr. Matthias Rath.

Ich bin wirklich gespannt, ob die geladenen Gäste, mit denen die Veranstaltung auch beworben wurde, tatsächlich kommen werden. An den Projektionswänden steht zur Begrüßung “Vitamine statt Chemo!”, offenbar die suggestivrhetorische Weiterführung des “Chemo oder Vitamine?” vom Plakat.

Die Vorträge

Angekündigt wird, dass die Veranstaltung von 19 Uhr bis 21:30 gehen wird. (Es werden noch 30 Minuten Überziehung dazu kommen.) Also lange zweieinhalb Stunden. Moderator ist Dr. Seemann.

1. Vortrag: Ein Fallbeispiel

Als erstes gibt es einen kurzen “Erfolgsbericht” von einer Dame namens Bärbel Salinger. Ich freue mich, dass die Frau offenbar eine schwere Krankheit überwunden hat. Aber die innbrünstige Begeisterung, mit der sie sich über Matthias Rath als Person äußert, erinnert an einen sektenhaften Personenkult. Ebenso ihre persönliche Willensbekundung: “Ich werde alles tun, dass meine Heimatstadt Halle(Saale) krebsfrei wird.” (Was dem von Raths Anhängern gebetsmühlenartig rezitierten Credo “XY-Stadt krebsfrei!” entspricht.)

Selbst wenn man unterstellt, dass die Fakten wahr sind und nicht verzerrt dargestellt wurden, muss man festhalten, dass ein solcher Einstieg kein Zeichen für eine seriöse Veranstaltung ist. Denn erstens würde ein gewissenhafter Arzt, der die Grundlagen seines Berufs beherrscht, nicht suggerieren, dass ein Einzelfall ein stichhaltiger Beleg für die Wirksamkeit einer Therapie ist. Und zweitens ist es weder für einen Akademiker noch für einen Behandler ein angemessenes Verhalten, einen Ausdruck sektenartiger Verehrung an den Anfang einer von oder für ihn organisierten Informationsveranstaltung zu stellen.

Dazu kommt, dass die Fakten selbst in diesem eindeutig tendenziösen Vortrag fragwürdig bleiben. Denn die behandelnde Ärztin hat nach Aussage von Frau Salinger die Erfolge auf die Cortisontherapie zurückgeführt. Frau Salingers zentrales Argument besteht darin, dass sie diese inzwischen heimlich abgesetzt hatte. Wie lange dieser Zeitpunkt vor der Diagnose lag und wie lange sie das Cortison eingenommen hatte, bleibt unklar.

2. Vortrag: Der Mechanismus der Krebsentstehung aus Raths Sicht

Anschließend erklärt Rath den Mechanismus der Krebsentstehhung. Er erklärt ihn – soweit ich verstanden habe – damit, dass Krebszellen Collagen-Ketten zerstören und damit dafür sorgen, dass sie selbst aber auch gesunde Zellen wie Blutkörperchen durch den Körper wandern können. Inwieweit seine Erklärung den tatsächlichen Mechanismus der Metastasierung korrekt wiedergibt, kann ich nicht beurteilen.

Interessant ist, dass er zu Beginn fragt, wer aus dem Publikum zum ersten Mal bei einer seiner Veranstaltungen zugegen ist. Aus Handzeichen schließt er, dass es etwa die Hälfte sein muss. Ich häte zehn Prozent geschätzt, konnte von meiner Position aus aber den abgedunkelten Saal nur bedingt überblicken.

Irritierend finde ich seine Aufforderung, nicht mitzuschreiben. “Ich bitte Sie, sich zu gedulden, bis sie das morgen nachlesen können.” Eine Aufforderung, seine Bücher zu kaufen? Angst vor kompromittierenden Vortragsnotizen? Oder einfach nur eine Gefälligkeit und der Wunsch nach aufmerksamen Zuhören, der etwas ungeschickt rüberkam? Ich zumindest zwinge mich zu aufmerksamen Zuhören, indem ich mir weiter fleissig Notizen mache.

Dann betont Rath den Stiftungscharakter seiner Organisation. Es ist ihm exorbitant wichtig, dass jeder versteht, dass seine Organisation keine Profite macht. Über Gehaltsstrukturen und Subunternehmer schweigt er sich indes gänzlich aus.

Inhaltlich bringt der Vortrag nichts, was nicht schon in dem vorab verteilten Käseblättchen gestanden hätte: Die Schocker-Pseudeo-Argumentation, dass Präparate der Chemotherapie aus Modifikationen des Senfgas-Moleküls bestehen, reichlich verziert mit Schreckensdarstellungen von Senfgas-Verletzungen und dessen Charakter als Waffe – geflissentlich die Tatsache ignorierend, dass bei praktisch jedem Medikament die Dosis über die Frage “Gift oder Heilmittel” entscheidet. Und die Behauptung, dass die Chemotherapie auch das gesunde Gewebe schädigt und damit natürlich zu Sekundärerkrankungen (bis hin zum Tod) führen kann – verschweigend, dass der Sinn der Chemotherapie ja gerade darin liegt, dass Krebszellen empfindlicher auf die Vergiftung reagieren.

Man soll niemandem böse Absicht unterstellen. (Das sagt auch Hanlons Razor.) Aber diese Argumentation ist derart naiv, dass ich mir beim besten Willen nur schwer vorstellen kann, dass ein promovierter Mediziner diesen Sachverhalt aus schlichter Unkenntnis so darstellt.

Wirklich frech ist hingegen die Darstellung des vermeintlichen Presseechos. An der Projektionswand wird eine Meldung über sensationelle Erfolge seiner alternativen Krebstherapie präsentiert – ausdrücklich gekennzeichnet als Zitat aus USA Today. Im Vortrag spricht er ausdrücklich von einer Veröffentlichung in einer der wichtigsten Zeitschriften der USA. Erst durch den Nachsatz wird klar, dass es sich garnicht um eine echte Zeitungsmeldung handelt sondern lediglich eine Pressemeldung seines Instituts, deren Veröffentlichung USA Today explizit verweigert hat.

Ich denke ich gehe nicht zu weit, wenn ich daraus auf Raths allgemeine Methode bei der Darstellung von Sachverhalten schließe. Auch die Darstellung von Heilungsraten aus den Studien seines Instituts ist nicht besser. Offenbar gibt es dazu keine Peer-Review-Veröffentlichungen. Nach seiner Aussage sei es nur eine Frage der Zeit, bis es dazu Veröffentlichungen gebe. Wer sich mit dem Wissenschaftsbetrieb auskennt, fragt sich vermutlich, warum sie noch nicht vorliegen, wenn die Belege so überzeugend sind, wie er sie darstellt. Aber ein relativ unbedarftes Publikum dürfte beeindruckt sein.

Dann wird es ganz krude. Zunächst schildert er den Vorgang bei der Ausbreitung von Krebs durch eine Art Pacman, der sich durch das Bindegewebe frisst. Ob man das so stehen lassen kann, weiss ich nicht. In jedem Fall ist die Aussage, dass man dies durch Mikronährstoffe (also Vitamine & Co.) blockieren kann, gewagt, insbesondere wenn seine Metapher lautet, dass Pacman mit einem Keil “das Maul gestopft bekommt”. Nun gut, mir ist das zu platt. Für ein nichtakademisches Publikum mag das eine hilfreiche Metapher sein. Aber mit einer solchen einem solchen Publikum eine außergewöhnliche Behauptung zu verkaufen ist unseriös.

Ein wirklich derber Missgriff ist der Vergleich mit Skorbut. Das ist einfach nur ein billiger Suggestiv-Verweis, der seine Vitamine in die Nähe von Zellzerstörung stellen soll. (Skorbut entsteht bei langfristigem Mangel an Vitamin-C, weil ohne Ascorbinsäure als Katalysator keine stabilen Zellproteine gebildet werden können und sich der Körper dadurch nach und nach immer mehr auflöst. Krebs hingegen entsteht aus krankhaft wuchernden Zellen, die das übrige Gewebe zerstören.) Beides hat vielleicht mittelbar miteinander zu tun, weil – in diesem Punkt ist seine Darstellung vermutlich richtig – durch Skorbut vorgeschädigtes Gewebe noch empfindlicher auf die Ausbreitung von Krebs reagiert. Aber das gilt genauso bei Strahlenschäden oder jeder anderen Form von Gewebeschäden. Das ist kein spezieller Zusammenhang zwischen Krebs und Vitaminen. Und es bedeutet auch nicht, dass Vitamine das Krebsrisiko auf Null reduzieren können. Das ist eine Verzerrung der Tatsachen, die auch nicht dem nichtwissenschaftlichen Publikum geschuldet ist. Das ist schlicht und einfach Blödsinn.

(Ich bin mir auch ziemlich sicher, dass seine Behauptung, dass Tiere keinen Krebs bekommen, weil sie Ascorbinsäure selbst produzieren, Unsinn ist. Falls ich da falsch liege, bin ich für sachkundige Richtigstellung dankbar. Aber ich kann es mir nicht vorstellen. Denn ich kenne genug Haustiere, die wegen Tumoren behandelt wurden oder daran gestorben sind.)

Als Beleg für all dieses dienen Versuche an Mäusen, deren Fähigkeit zur Synthese von Ascorbinsäure genetisch beseitigt wurde und denen Tumorzellen zum Auslösen von Krebs injiziert wurden. Dabei wird die Wachstumsrate von Tumoren verglichen, und zwar an Mäusen, die Ascorbinsäure verabreicht bekamen und an Mäusen, die keine bekamen. (Ohne anzugeben, ob in normaler Dosis oder Überdosis.) Und die simple Erkenntnis ist, dass bei Mäusen, die garkeine Ascorbinsäure haben, Tumore schneller wachsen. Das ist banal, weil die vollkommene Abwesenheit von Ascorbinsäure natürlich zur Gewebeschädigung führt. Aber Rath verkauft das dem nicht vorgebildeten Publikum als Beweis, dass Vitamine Krebs verhindern. Ich denke, das muss ich nicht weiter kommentieren.

3. Vortrag: Die Arbeit an Raths Institut

Als nächstes präsentiert Frau Dr. Niedzwiecki, die Leiterin von Raths Forschungsinstitut, die Arbeit des selbigen – auf Englisch, Rath übersetzt (manchmal recht frei aber sinngemäß korrekt).  Jetzt, wo die für die Forschung in Raths privater Stiftung Verantwortliche spricht, darf man wohl am ehesten mit belastbaren wissenschaftlichen Aussagen rechnen. Und sie nimmt den Mund ziemlich voll – mit einer reichlich suggestiven rhetorischen Frage:

“Wir können jetzt Krebs bekämpfen – was ist die Grundlage für unseren Erfolg?”

Dann benennt sie die drei ‘Säulen’ des gemeinsamen Erfolges:

  1. Keine Profitorientierung.
  2. Man habe den Schlüsselmechanismus der Metastasierung herausgegriffen. (Interessanterweise tatsächlich dieses Verb, nicht etwa “identifiziert” oder “kontrollierbar gemacht”.)
  3. Selbstlose finanzielle Unterstützung.

Offensichtlich ist dieser Abschnitt eher als Dankesrede zu verstehen und noch nicht als wissenschaftlicher Hintergrundbericht. Dann verweist sie auf angeblich über 70 Veröffentlichungen in “medizinischen Journalen”, die auf der Homepage des Instituts aufgezählt seien. (Ich habe das nicht geprüft und weiss daher nicht, um welche Journale es sich dabei handelt. Ich könnte als medizinischer Laie den Quellenwert sowieso nicht beurteilen. Aber der spätere Verlauf des Vortrages wird noch einen Eindruck vom Umgang mit Quellenverweisen seitens des Instituts geben.)

Dann kommt wieder die schon öfter gezeigte Werbung für die im Foyer feilgebotenen Bücher. Ich frage mich schon, ob selbstgeschriebene und im Selbstverlag veröffentlichte Bücher der beste Beleg sein sollen, den sie zu bieten hat. Aber dann geht sie zum Glück doch noch etwas detaillierter auf ihre Forschungsarbeit ein. Genauer gesagt heisst das, sie behauptet, man könne mit ihren Forschungsergebnissen die Schlüsselmechanismen der Krebs-Regelung (Original: “key-mechanisms of cancer-control”) beherrschen (jetzt werde ich neugierig auf die Erläuterungen und auf den Beleg) und sie präsentiert eine Auswahl aus den von ihr identifizierten über vierzig relevanten Stoffe.

Und sie präsentiert tatsächlich Versuchsergebnisse (in Form von Fotos von Tumoren aus Versuchstieren). Allerdings ist immer wieder nur vom Unterschied zwischen einer Situation ganz ohne diese Mikronährstoffe (welche zumindest in vielen Fällen auch die evidenzbasierte Medizin empfiehlt) und einer Verabreichung derselben die Rede. Es wird also bestenfalls gezeigt, dass eine Mangelernährung Krebs begünstigen kann. Weshalb eine Überdosierung diesen bremsen, blockieren, stoppen oder was auch immer können sollte, bleibt zunächst im Dunkeln.

Interessant wird es dann endlich im folgenden Abschnitt. Hier werden Aufnahmen von Krebszellen präsentiert, deren Lebensphase durch Marker farblich gekennzeichnet ist. Nach Aussage von Frau Niedzwiecki belegt dies, dass Krebszellen desto mehr absterben, je mehr Mikronährstoffe verabreicht werden. Ob das Hand und Fuß hat und in wieweit das mit einer entsprechenden Schädigung auch des gesunden Gewebes einhergehen könnte, kann ich nicht beurteilen. An dieser Stelle kann ich lediglich die Frage stellen, ob diese Ergebnisse in verlässlichen Peer-Review-Magazinen veröffentlich sind und wie diese Veröffentlichungen von Dritten bewertet wurden. Wenn diese Ergebnisse reproduzierbar und einschließlich der Schlussfolgerung korrekt dargestellt sind, wären sie vermutlich sensationell. Es sollte also Peer-Review-Veröffentlichungen und eine rege Diskussion dazu geben. (Der Vollständigkeit halber muss ich natürlich noch sagen, dass selbst dann nur belegt wäre, dass die Mikronährstoffe eine Heilwirkung hätten. Die Aussage, dass sie Krebs ganz blockieren könnten, wäre dann immer noch etwas überzogen. Aber wir wollen nicht kleinlich sein.)

Woher Rath jetzt plötzlich die Aussage, es handele sich “um keinen Vergiftungsvorgang sondern um eine Umprogrammierung im Zellkern” nimmt, erschließt sich mir nicht. Zudem frage ich mich, inwiefern eine “Umprogrammierung” zum Absterben keine Vergiftung sein soll. Aber wirklich bemerkenswert ist, dass der ansonsten in sich selbst ruhende Rath an dieser Stelle sichtlich nervös und in vorauseilendem Gehorsam einen bei pseudomedizinischen Behauptungen häufig gerechtfertigten Einwand vorwegnimmt: Kritiker könnten sagen, es handele sich um Einzelfälle. Dass er selbst diesen Einwand erwartet, spricht nicht gerade dafür, dass Frau Dr. Niedzwiecki eben eine methodisch korrekte Untersuchung vorgestellt hat.

Und es geht noch weiter. Als nächstes wendet er die Standard-Immunisierungsstrategie aller Pseudomediziner an: Wenn es nicht wirkt, dann war der Krebs eben schon zu weit fortgeschritten (mit der Vitamintherapie ist also nicht früh genug angefangen worden) oder der Körper ist durch die konventionelle Medikation zu stark vorgeschädigt. Das ist die typische Vorgehensweise. Erfolge werden – wie im ersten Vortrag – pauschal für die eigene Therapie in Anspruch genommen. Misserfolge werden pauschal dem angeblichen Schaden durch die konventionelle Therapie angelastet. So entsteht zwangsläufig eine zu 100% positive Pseudo-Statistik.

Endlich also ein Detail, das tatsächlich einer Überprüfung wert sein könnte. Und postwendend entlarvt Rath es selbst als Humbug.

Aus dem Publikum heraus meldet sich an dieser Stelle jemand mit der Frage, ob zu den vorher erwähnten Heilungsraten placebokontrollierte Studien gemacht worden seien, zu Wort. Rath versucht, ihn abzuwürgen – mit der Bitte, mit Fragen bis zum Ende der Veranstaltung zu warten. Der Fragende hakt nach und Rath sagt, es gäbe eine (sic!) zum Thema Leukämie. Weitere seien “in Arbeit” (sic!). Es ist schon eine deutliche Diskrepanz, dass einerseits von jahrzehntelanger Forschungsarbeit und spektakulären (sogar die Welt verändernden), nicht von der Hand zu weisenden und eindeutig bewiesenen Erkenntnissen die Rede ist aber ernstzunehmende Belege dazu bestenfalls “in Arbeit” sind. Ich frage mich, wie Herr Dr. med. Rath es verantworten kann, angesichts dieser mehr als dünnen Belege seine eigene Therapie als Allheilmittel anzupreisen und schwer kranken Menschen ernsthaft von Standard-Therapien, die nachweislich eine nennenswerte Erfolgsaussicht bieten, abzuraten. Und das gleich mit einem ideologischen Überbau, der auf Behauptungen basiert, die wiederum durch nichts weiter untermauert sind als ebendiese dürftigen Belege.

Halten wir fest: Selbst Rath nimmt – bei seiner Neigung, die Faktenlage zu Gunsten seines Standpunktes auszudehnen – nur eine einzige bereits veröffentlichte “placebokontrollierte” Studie für sich in Anspruch. Ob es sich dabei um eine korrekt randomisierte und doppelt verblindete Studie handelt, die auch tatsächlich in einem ernstzunehmenden Peer-Review-Magazin veröffentlicht wurde, wird dabei nichtmal klar. Ich mag mir garnicht vorstellen, was davon übrig bleibt, wenn man seine an anderer Stelle deutlich gewordenen Beschönigungen hiervon abzieht.

Und man muss sich klar machen, dass es bei außergewöhnlichen Behauptungen in der Medizin immer Studien mit unterschiedlichen Ergebnissen gibt. Im Fall Homöopathie gibt es zum Beispiel eine Vielzahl von positiven und negativen Studien. Erst die Meta-Studien zeigen, dass die Qualität der Studien deutlich zu deren Ergebnis korreliert ist. (Je besser die Qualität der Studie desto mehr verschwindet die vermeintliche Wirkung der Homöopathie.) Daher können auch Homöopathen auf positive Studienergebnisse verweisen, obwohl die Homöopathie letztlich nicht haltbar ist.

Dass eine derart dünne Faktenlage mit allerlei Rhetorik zu einem weltbewegenden Erfolg aufgebauscht und dann noch in vorauseilendem Gehorsam immunisiert wird, darf man wohl so interpretieren, dass Rath selbst klar ist, dass seine “Beweise” bei genauerer Betrachtung wie ein Kartenhaus in sich zusammenfallen.

Der Fragende hakt schließlich noch einmal nach mit der Frage nach einer amtlichen Zulassung von Raths Präparaten. Das Publikum beginnt nun zu protestieren. “Geh doch nach Hause! Wir wollen das hören!” So schallt es im Chor. Ich habe den Eindruck, dass zumindest ein nennenswerter Teil des Publikums Raths Ansichten nahesteht und eher glaubensgetrieben als kritisch an seinen Vortrag heran geht.

4. Vortrag: Ein “neues Gesundheitssystem”

Im vorletzten Vortrag spricht Moderator Seemann über seine bzw. Raths Vision von einem neuen, weltweiten Gesundheitssystem. Allerdings meint er damit nicht eine Reform der Finanzierungssysteme der Gesundheitsversorgung sondern eine fundamentale Umwälzung der Kostenstrukturen durch einen weltweiten Umstieg von der konventionellen Krebsbehandlung auf Raths sogenannte Zellularmedizin.

Er präsentiert allerlei beeindruckend wirkende Zahlenspielereien, die die Kosten konventioneller Krebstherapien mit den gesamten Kosten der Gesundheitsversorgung sowie letztere mit ausgewählten Staatshaushalten und dem Eurorettungsschirm vergleichen. Sein Fazit ist, dass bei einem konsequenten Umstieg auf die Zellularmedizin eine effektive Kosteneinsparung von € 300 MRD pro Jahr möglich sei. Dies solle dann auch die Entwicklung verhindern, die seiner Meinung nach zwangsläufig aus den bestehenden Verhältnissen folgen muss: Den Ruin sämtlicher Staaten und deren letztendliches Zusammenbrechen. Seine Behauptung basiert auf zwei grundsätzlichen Annahmen:

  1. Die Zellularmedizin wirkt in vollem Umfang. Das heißt, sie bietet nicht nur eine Heilungschance sondern sie kann alle Krebserkrankungen vollständig verhindern.
  2. Sie kommt nur deswegen noch nicht flächendeckend zum Einsatz, weil sie von einem verschwörerischen Pharma-Kartell aus Profitgier unterdrückt wird.

Damit nimmt er auch die Verschwörungstheorie, die Thema des letzten Vortrages sein wird, vorweg. Bereits an dieser Stelle ist erkennbar, dass selbige allein auf dem (wertlosen) Cui-Bono-Argument basiert. (Die Pharma-Industrie verdient märchenhafte Summen an Krebs. Deshalb ist sie für ihn verantwortlich. Das ist ungefähr so als würde man sagen, Meteorologen verdienen am Wetter, also machen sie es.)

Was mir inhaltlich ins Auge sticht, ist der schludrige Umgang mit Wirtschafts-Kennzahlen und wirtschaftlichen Zusammenhängen. Seemann geht näher auf die Profite der Pharma-Branche ein. Das heißt, er gibt vor, genauer zu erklären und zu verdeutlichen, dass Pharma-Unternehmen verglichen mit Unternehmen aus anderen Branchen völlig überhöhte Profite machen. In Wahrheit tut er aber nichts anderes, als die Scheinobjektivität irreführend dargestellter Zahlen zu nutzen, um die latente Feindseeligkeit des Publikums gegenüber der Pharma-Industrie zu provozieren.

Ob es sich dabei um einen frommen Selbstbetrug handelt, weil Seemann die wirtschaftlichen Zusammenhänge, über die er spricht, selbst nicht versteht, oder ob er sein Publikum vorsätzlich in die Irre führt, ist natürlich nicht zu erkennen.

Seemanns Zahlenspiel funktioniert im Grunde wie jedes Stammtischargument mit missverstandenen Zahlen: Er präsentiert eine Übersicht über die durchschnittlichen Geschäftsergebnisse in unterschiedlichen Branchen. Die dargestellten Kennzahlen bezeichnet er als “Profite” und spricht über sie als seien es Gewinne. Die Werte sind aber nicht in absolutem Geldwert sondern in Prozent angegeben. Es handelt sich also eher um Renditen.

Entscheidend ist aber, dass nicht gekennzeichnet ist, ob es sich dabei um Umsatzrenditen oder irgendeine Form von Kapitalrenditen handelt. (Strenggenommen ist nichtmal klar, ob es sich in allen Fällen um dieselbe Art von Rendite handelt.)

Über die genaue Renditeart kann man nur spekulieren. Aber dass es sich um Kapitalrenditen – was noch am ehesten zu dem Gerede über “Profite” passen würde – handelt, ist eher unwahrscheinlich. Denn die Werte liegen zwischen 4,3% (Lebensmittel) und über 25% (Pharma). Auch wenn die Renditeerwartungen mit der Wirtschaftskrise nach unten gegangen sind, wäre eine Kapitalrendite (gleich, ob Stammkapital oder ROI) von unter 5% ruinös. Kein Kapitalgeber würde längerfristig in ein Unternehmen investieren, wenn die Kapitalrendite unterhalb der Gewinnerwartung auf dem Aktienmarkt liegen würde.

Die angegebene Rendite für die Lebensmittelindustrie wäre als Kapitalrendite also unglaubwürdig. Für Umsatzrenditen ist das Spektrum hingegen plausibel. Die bewegen sich je nach Branche normalerweise grob zwischen 2% und 30%. Wohlgemerkt: Bei gesunden, profitablen Unternehmen. Das hängt damit zusammen, dass die Verhältnisse zwischen Kapitaleinsatz und Umsatz je nach Branche stark schwanken. Die Lebensmittelindustrie und der Einzelhandel erreichen mit vergleichsweise geringem Kapitaleinsatz vergleichsweise hohe Umsätze. Deshalb haben diese Unternehmen auch bei geringer Umsatzrendite einen ausreichenden Kapitalertrag. Pharma ist hingegen eine extrem kapitalintensive Branche, die zudem ihre Erträge (wegen der langwierigen Zulassungsverfahren) erst nach einer vergleichsweise langen Vorlaufzeit erreicht.

Dazu kommt, dass Pharma-Produkte nur wenige Jahre durch Patente geschützt werden können. Deshalb müssen Pharma-Investitionen in wenigen Jahren amortisiert sein – bevor die deutlich preisgünstigeren Generika auf den Markt kommen. Deshalb können Pharma-Unternehmen nur mit sehr hohen Umsatzrenditen existieren. Dass die Lebensmittelbranche unter 5% liegt, Pharma dagegen weit über 20% ist also eigentlich überhaupt nicht erstaunlich.

Vermutlich vergleicht Seemann Unternehmen, die vollkommen gesund und gleichermaßen profitabel sind. Sein Vergleich ist also, solange er nicht ein solches Missverhältnis bei echten und vergleichbaren Kapitalrenditen zeigt und die Zahlen auch ausreichend belegt, vollkommen wertlos.

Es müsste allerdings schon ein sehr großes Missverhältnis sein. Denn speziell in der Pharma-Branche kommt noch eine weitere Eigenheit hinzu: Nur ein Bruchteil der Medikamente, in deren Entwicklung und Erprobung investiert wird, erreicht tatsächlich die Zulassung. Deshalb ist Pharma nicht nur eins der kapitalintensivsten sondern auch eins der riskantesten Investments überhaupt. Aus diesem Grund investieren hier nur sehr finanzstarke und risikobereite Kapitalgeber. Und die haben entsprechende Renditeerwartungen.

Es wäre also nichtmal ungewöhnlich, wenn Pharma eine vergleichsweise hohe durchschnittliche Kapitalrendite hätte. Bitte nicht missverstehen, ich habe nicht vor, mich zum Anwalt der Pharma-Unternehmen zu machen. Ganz sicher gibt es dort genausoviele krumme Geschäfte wie in jeder Branche. Der Punkt ist, dass Seemanns Zahlen einfach genau garnichts aussagen. Seemann indes schließt aus diesem vermeintlich eklatanten Missverhältnis auf kriminelle Machenschaften seitens der Pharma-Branche.

Er beschließt den Vortrag damit, dass er sein bzw. Raths Engagement mit demjenigen gegen Gentechnik und Atomkraft vergleicht. Das Publikum antwortet mit einem längeren, etwas müde wirkenden Applaus. Ein vereinzeltes “Bravo” ist zu hören.

5. Vortrag: Haarsträubende Verschwörungstheorien

Und dann kommt’s ganz dicke. Rath kündigt an, die “Brücke zum politischen Verständnis” zu schlagen. Mit anderen Worten: Es folgt die ausführliche Schilderung seiner persönlichen Verschwörungstheorie über die, wie er es nennt, “Welt-Eroberungs-Pläne des Chemo-Pharma-Kartels”. (Seine Bindestrichitis, nicht meine.)

Letztlich erschöpft sich die Grundlage seines Weltbildes im Cui-Bono-Argument – die Chemieindustrie hat durch die Giftgasproduktion vom Ersten Weltkrieg profitiert, die Pharma-Industrie durch Menschenversuche in der Nazi-Zeit. Also war beides nichts anderes als die zwei ersten Versuche des “Chemo-Pharma-Kartells”, die Weltherrschaft zu erringen. Die nach Raths auch sonst reichlich wirrer Argumentation künstlich erzeugte “Krebs-Epidemie” (ja, der Mann nennt das wirklich so) ist der dritte. Und aus irgendeinem Grund ist es ganz selbstverständlich, dass dieser zwangsläufig erfolgreich sein muss, wenn wir alle nicht sofort auf Raths Zellularmedizin umsteigen.

Ich muss mich zusammenreissen, um mich angesichts dieser Verhöhnung und gewissenlosen Instrumentalisierung der Opfer nicht zu übergeben.

Als Belegt hat er freilich auch in diesem Vortrag nicht mehr zu bieten als das bereits ausführlich besprochene:

  1. Die Pharma-Industrie profitiert vom Leid anderer. (Cui-Bono, also untauglich um eine Verschwörungsbehauptung zu begründen.)
  2. Die Profite der Pharma-Industrie sind nur durch unlautere Machenschaften zu erklären. (Falsch, weil es sich lediglich aus einer Fehlinterpretation falsch verstandener Zahlen ergibt.)
  3. Dieses Leid könnte viel einfacher und kostengünstiger beseitigt werden. (Freundlich formuliert: Unbelegt. Und selbst wenn dieser Punkt richtig wäre, begründet er nicht, dass die EU das Nachfolgekonstrukt für das Nazi-Regime ist, oder den ganzen anderen haarsträubenden Unsinn.)

Die Podiumsdiskussion

Um es gleich vorweg zu nehmen: Auch die ist nichts weiter als eine Tüte lauwarme Luft. Erwartungsgemäß sind weder der Bundesgesundheitsminister noch die beiden Spiegel-Redakteure erscheinen. Nach Raths Lesart scheuten sie es, “Rede und Antwort zu stehen”.

Wirklich peinlich ist allerdings, dass nichtmal die Referenten den Anstand haben, sich hinter ihre Namensschildchen zu setzen und so etwas wie eine Diskussion zu führen. Letztlich führt der demonstrativ aufgebaute Tisch nichts weiter vor Auge, als dass Rath und seine Mitstreiter für ernstzunehmende Gäste zu unwichtig oder zu peinlich sind. So gesehen ist er eigentlich das Beste an der ganzen Veranstaltung.

Und selbstverständlich bekommt auch das Publikum keine Gelegenheit, Fragen zu stellen – obwohl Rath die Zwischenfragen ausdrücklich auf das Ende der Veranstaltung verwiesen hatte.

Fazit

Ich habe mich bemüht, unvoreingenommen an die Veranstaltung heranzugehen und Schlussforlgerungen nur aus dem zu ziehen, was ich tatsächlich selbst erlebt habe. Aber Rath und seine Leute machen es einem wirklich nicht leicht, etwas herauszufiltern, das eventuell einer kurzen Überlegung oder gar einer weiteren Prüfung wert wäre. Große Behauptungen und breit ausgewalzte Schock-Rhetorik, reichlich Weisse-Kittel-Anekdoten, die hochkarätige wissenschaftliche Forschung vortäuschen sollen aber bei genauerer Betrachtung zu den behaupteten Erkenntnissen in überhaupt keinem direkten Zusammenhang stehen. Das ganze auf drei Stunden ausgedehnt und mit einer Verschwörungstheorie, die den Durchschnitt sowohl an Zynismus als auch an Einfalt und Durchschaubarkeit in ihrer Begründung weit übertrifft. Und alles zusammen verdeckt, wenn man nicht genau aufpasst und ausreichend Hintergrundwissen mitbringt, die Tatsache, dass die tatsächlichen “Beweise” geradezu mikroskopisch sind und zudem noch nichtmal ansatzweise einer Überprüfung stand halten.

Kurz gesagt: In drei vollen Stunden Geschwafel nicht ein einziger Grund, selbiges länger als anderthalb Sekunden ernst zu nehmen. Und damit werden gutgläubige Menschen von einer lebensrettenden Therapie ferngehalten!

Von meinen Fragen wurde nur eine eindeutig beantwortet: Rath tut tatsächlich so als gäbe es den Wirkmechanismus der Chemotherapie nicht. Die Unwirksamekeit belegen kann er freilich nicht. Sein so ziemlich einziges Argument ist, dass viele Chemotherapie-Patienten sterben. Aber wen wundert das bei einer schweren, ohne Behandlung fast zwangsläufig tödlichen Krankheit.

Und er scheint tatsächlich zu glauben, dass die Tatsache, dass ein Stoff ein Gift ist, Beweis genug sei, dass dieser bei der Behandlung von Krankheiten keine Unterstützung leisten könne. Wie man mit einer solchen Logik zu einem medizinischen Doktortitel kommt, ist mir schleierhaft. Meine Frage nach den Belegen für seine Vitamintherapie beantwortet seine leitende Mitarbeiterin, doch Rath rudert im gleichen Atemzug zurück und immunisiert. Und er sagt dabei fast explizit, dass die gezeigten Bilder willkürlich ausgewählte Einzelfälle sind während die widersprechenden Ergebnisse unter den Teppich gekehrt werden. Das entspricht auch der Methode, sich “Beweise” zurechtzulegen, die ich den ganzen Abend lang durchgehend erlebt habe.

Die eigentliche Antwort auf meine Frage ist also anscheinend, dass er keine Belege vorbringen kann, weil er keine hat.

Kurz gesagt: Die ganze Truppe stellt reichlich aberwitzige Behauptungen auf und hat an Belegen – oder auch nur an schlüssigen Begründungen – nicht das Geringste zu bieten. Aber ihre Doktortitel tragen sie dabei wie eine Feldstandarte vor sich her. Traurig, dass sich so viele davon beeindrucken lassen. Gut, vierhundert sind bei drei Millionen Berlinern kein großer Prozentsatz. Aber bei sowas ist jeder Einzelne einer zu viel.

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37 Responses to “Chemo oder Vitamine?”

  1. Pingback: Skeptische Presseschau @ gwup | die skeptiker

  2. housetier says:

    Vielen Dank für den Bericht!

    Ich hatte überlegt hinzugehen, um selber zu berichten. Die Faulheit siegte; aber dennoch gab es kritische Beobachter.

  3. aldiman says:

    Vielen, vielen Dank für die Verschwendung von Lebenszeit auf diese Veranstaltung, deren Betreiber nicht einmal aus ihrer Verantwortung für Tausende Aids-Tote in Südafrika gelernt haben. Rath legt offensichtlich dieselbe Platte auf, mit der er schon in Südafrika so erfolgreich war. Hoffentlich werden seine Opferzahlen hierzulande nicht so hoch wie in Südafrika. Ein Hamer reicht, niemand braucht noch einen Rath.

    Wer in seiner Apotheke auf die Begriff “Orthomolekularberater” auf dem Namensschild auf dem weißen Kittel stößt, sollte sich vergewissern, dass dort Rath nicht schon seinen Einfluss geltend gemacht hat. Denn der Glaube an “Vitamine helfen gegen alles” hat schon viele das Leben gekostet.

  4. Daniel says:

    Vielen Dank für deine “Verschwendung von Lebenszeit” (schöne Formulierung). Traurig, dass man gegen diese Leute nicht mehr machen kann..

  5. Auggie Smith says:

    Vielen Dank für die ausführliche Bericherstattung!
    Vielleicht kann man von skeptischer Seite ein wenig Aktionismus starten und bei ähnlichen Vorträgen mit dem einem oder anderem informativen Handzettel oder Flyer vor Ort auftreten!
    Für Berlin + Speckgürtel stünde ich in jedem Fall zur Verfügung!

    Auggie

    • Verkehrt ist die Idee sicher nicht. Aber auf der anderen Seite bin ich da auch ein bisschen skeptisch. Denn wahrscheinlich bewegt man nur bei sehr wenigen etwas. Die allermeisten sind wahrscheinlich schon vorgeprägt, wenn sie zu so etwas hingehen. Und es besteht auch die Gefahr, dass es als Voreingenommenheit und gezielte Diskreditierung ausgelegt werden könnte. Besser ist es wahrscheinlich, im Vorfeld aufzuklären und im Nachgang kritisch zu berichten. Den Unvoreingenommenen gegenüber sollte man auch zeigen, dass er eine faire Chance hatte.

  6. Dolph says:

    Sehr interessanter Bericht. Was mir aber etwas zu kurz kommt ist dein subjektiver Eindruck von den anderen Zuhörern. Glaubst du, dass es sich primär um “Jünger” handelte? Oder waren noch mehr Leute aus ähnlichen Gründen wie du da, also zum Zwecke der kritischen Beobachtung oder auch aus Freakshowaspekten? Die Frage des Zuhörers in Richtung placebokontrollierte Studien deutet ja ein ganz klein wenig in Richtung des letzteren.

    • Einige konkrete Eindrücke hatte ich ja wiedergegeben. Generell möchte ich mich mit Spekulationen lieber zurückhalten.

      Ich habe vereinzelt kritische Kommentare gehört. Leute, die sich Notizen gemacht haben oder sonst irgendwie wirkten als wollten sie darüber berichten, sind mir nicht aufgefallen. Insgesamt hatte ich den Eindruck, die breite Masse war irgendwo in dem Spektrum zwischen aufgeschlossen, fasziniert und gläubig. Aber das ist nur eine ganz subjektive Einschätzung.

      Der einzige, der sich offen kritisch geäußert hatte, war der Zwischenfrager, den ich im Text erwähne.

  7. Torsten says:

    War bei der Veranstalltung wirklich der Daniel Bahr anwesend? War der die ganze Zeit da?

    • Ich hatte schon im Abschnitt “die Podiumsdiskussion” etwas dazu geschrieben. Nein, er war nicht da. Nach Raths Aussage hatte er aus Termingründen abgesagt. Auch die Spiegel-Redakteure fehlten. Es waren keine geladenen Gäste da, die nicht zu Raths Organisation gehörten.

  8. Juliette says:

    “Gut, vierhundert sind bei drei Millionen Berlinern kein großer Prozentsatz. ”

    Leider kommen auf Veranstaltungen, die für unsere Gegenwart und Zukunft wirklich interessant wären, oft nicht mal 10 Prozent dieser Besucherzahlen….

  9. Vielen Dank für die – für meine Verhältnisse – zahlreichen Kommentare. Die Umschreibung “Verschwendung von Lebenszeit” hat mich auch zum Schmunzeln gebracht. Zumal ich mich zwischenzeitlich durchaus gefragt habe, ob zum Teil auch eine Zermürbungsstrategie dahintersteckt, alles bis ins unendliche auszudehnen. Aber andererseits sehe ich einen Wert darin, solche Veranstaltungen zu kommentieren. Insofern war es zwar anstrengend, aber als Zeitverschwendung habe ich es eigentlich nicht empfunden.

  10. Carsten says:

    Eine “placebokontrollierte” Studie bei Leukämie?

    Welche Ethikkommission soll denn das durchgewunken haben?
    Bei Onko-Studien wird mit der Standardtherapie verglichen.
    Man lässt die Kontrollgruppe nicht einfach unbehandelt, bzw. verabreicht Placebos – ich denke, jeder kann sich denken warum.

    Wenn erst eine Studie laufen sollte dann wäre dies wohl eine Phase-I-Studie. Da gibt es in der Regel keine Kontrollgruppe.

    In jedem Fall müssen Studien von den jeweils zuständigen Ethikkommissionen genehmigt werden, da gibt es Verfahren und Termine, beteiligte Zentren, da fällt Papier an, es gibt eine eindeutige CT-Nummer, eine CRO die das Ganze durchführt usw. usf.

    Die Verfahren laufen nach internationalen Standards.
    Das findet nicht unter Ausschluss der Öffentlichkeit statt sondern wäre zum Beispiel hier zu finden:
    http://clinicaltrials.gov/ct2/home

    vielleicht auch interessant
    http://www.uniklinikum-regensburg.de/imperia/md/content/zentren/klinische-studien-zentrum/studienphasen.pdf

    • Rath hat keine genauen Angaben zu der fraglichen Studie gemacht. Der Verweis in der Antwort kam eher in dem Tonfall wie “jaja heißt leck’ mich am Arsch”. Aber es paßt auch sehr gut zu dem generell schludrigen Umgang mit Begriffe, Methodik und Fakten allgemein.

      Was es mit der Studie, die er angesprochen hat, auf sich hat, kann ich nicht beurteile. Erstens hat er keinen konkreten Literaturhinweis gegeben. Und zweitens wäre ich auch nicht Fachmann genug, sie zu beurteilen. Aber es klang so als meine er, es gäbe irgendwas, was man dem Publikum irgendwie als ernstzunehmende Untersuchung verkaufen könnte.

  11. Clemens says:

    Danke für den Beitrag.
    Interessant ist schließlich – und nur darüber funktioniert es ja – wer da hingeht, es ernst nimmt, die Bücher kauft etc. Scharlatane können nur Gewinne machen, wenn sie ihr Publikum finden, dass wahrscheinlich aus einer Mischung von Unkenntnis und Bereitschaft zu Gläubigkeit diesen kruden Thesen folgt. Nachdem eine Freundin ihre mit relativ hoher Wahrscheinlichkeit vorhandenen Heilungschancen in den Wind geschrieben hat, weil sie diversen (zwar andern aber ebenso unwirksamen) ‘alternativen’ Methoden zur Krebsheilung mehr ‘vertraut’ hat als einer Chemotherapie (die ja genausowenig einfach blindem Vertrauen überlassen werden kann – durch Zweitmeinung, Wahl des Bahndlungsortes, genauem Abwägen der eingesetzen Präparate usw. ) werde ich noch schneller hellhörig. Das Erstaunliche finde ich, dass es obwohl es um das eigenen Leben geht, doch eine hohe Bereitschaft gibt zu ‘glauben’ statt rational zu prüfen.

  12. Barkai says:

    ich habe den Bericht noch nicht ganz gelesen (ist schon spät), trotzdem viele Dank dafür.

    Zu der Frage, ob (Haus)Tiere auch Krebs bekommen, die du dir ja selber schon logisch udn aus Alltagsbeobachtungen hergeleitet hast, kann ich nur sagen, dass du Recht hast mit der Vermutung, dass Haustiere Krebs bekommen; allerdings läßt sich hinzufügen, dass Leukämie (oder einige Varianten der Leukämie) in Hunden sehr gut beschrieben wurde (wenn mich nicht alles täuscht ungefähr zeitgleich oder vor der Beschreibung in Menschen, allerdings bin ich mir da nicht 100% sicher.) Aber da eher Hunde größere Hunderassen an leukämie leiden, sind Tierärzte schon früh auf die Idee gekommen, dass es etwas mit (Knochen)Wachstum zu tun haben könnte.
    Die Bücher, die ich vor eingien jahren gelesen habe, haben für pädiatrische Leukämien auch ein rasantes/starkes Wachstum als Risikofaktor angegeben. Insofern sind einige der Faktoren zur Entstehung der Leukämie bei Mensch wie Hund gleich.

    Da ich keinen Interessenschwerpunkt in Onkologie/Tumorbiologie habe, aber soetwas trotzdem im Grundstudium gelesen habe, ist es mir unerklärlich, wie jemand, der Humanmedizin studiert hat und sich dann auf Onkologie spezialisiert haben will, so etwas nicht wissen kann (es sei denn natürlich, jemand will es nicht wissen)

    • Danke fürs Lesen und auch für die Ergänzung. Dass Tiere keinen Krebs bekommen sollten, hätte mich auch sehr gewundert. Der Gedanke erschien mir auf anhieb komplett abwegig. Aber Rath nutzt hier offenbar aus, dass Krebs bei Tieren viel weniger wahrgenommen wird als bei Menschen. Natürlich kann ich nicht beurteilen, ob er das vorsätzlich oder unbewusst tut. Aber ich teile die Auffassung, dass es schon etwas besonderes sein muss, als Humanmediziner an die Nichtexistenz von Krebs bei Tieren zu glauben.

  13. Carmen says:

    Ich habe diese Veranstaltung auch besucht und begreife Ihre Angriffe nicht Herr Nolden. Da hat sich zum Glück ein Mensch aufgemacht um anderen Menschen zu helfen endlich aufzuwachen und ihr Leben und die Gesundheit selbst in die Hand zu nehmen und Sie verfolgen diesen Vortrag und haben nichts begriffen. Wenn sich die Dame, die es aus dem Rollstuhl geschafft hat, bei dem Menschen bedankt, der durch seine Forschung dazu beigetragen hat, dann ist es die gute Kinderstube, die diese Frau genossen hat.
    Denn auch ich habe gelernt, man bedankt sich wenn einem geholfen wird. Hier geht es nicht um Profit, dass habe ich als normal sterbliche Hausfrau sogar begriffen, hier geht es darum Menschen zu helfen. Ich mache Ihnen einen Vorschalg besuchen sie die nächste Veranstaltung, vielleicht begreifen sie es beim zweiten mal. Oder besser, kaufen Sie sich ein Buch “Krebs ist heilbar”, da können Sie immer wieder nachlesen, bis sie es begriffen haben.

    • “Ich … begreife Ihre Angriffe nicht …”

      Ich denke, ich habe meine Kritik ausführlich genug begründet. Wenn Sie etwas nicht verstehen, werde ich mich gern bemühen, Ihre konkreten Fragen zu beantworten. Auf eine solch pauschale Aussage kann ich aber leider nur entsprechend pauschal antworten: Da kann ich Ihnen leider nicht weiterhelfen.

      Ganz abgesehen davon, dass ich den Begriff “Angriffe” unangemessen finde. Ich habe Kritik geäußert. Damit muss man leben, wenn man sich wie Herr Dr. Rath in der Öffentlichkeit präsentiert.

      “Da hat sich zum Glück ein Mensch aufgemacht um anderen Menschen zu helfen…”

      Der gute Wille allein reicht nicht. Herr Dr. Rath verleitet schwer kranke Menschen dazu, auf Therapien mit guten Erfolgsaussichten zu verzichten. Das ist auch dann kritikwürdig, wenn er es vielleicht aus ehrbaren Motiven tut.

      “Sie verfolgen diesen Vortrag und haben nichts begriffen.”

      Aus der Tatsache, dass jemand etwas anders sieht als Sie selbst, sollten Sie nicht automatisch schließen, dass er unrecht hat. Ich lasse mich gern von Ihnen korrigieren. Aber dazu müssten Sie schon konkret sagen, was an meiner Darstellung falsch ist und wie es richtig lauten muss. Mit der pauschalen Unterstellung, ich hätte “nichts begriffen” disqualifizieren Sie sich nur selbst.

      Und wenn Sie es tatsächlich alles viel besser verstanden haben sollten als ich, dann müssten Sie ja eigentlich in der Lage sein, meine Fragen zu beantworten.

      “Wenn sich die Dame, die es aus dem Rollstuhl geschafft hat, bei dem Menschen bedankt, der durch seine Forschung dazu beigetragen hat, dann ist es die gute Kinderstube, die diese Frau genossen hat.”

      Ich habe nicht kritisiert, dass Frau Salinger sich bei Hern Dr. Rath bedankt hat. Ich habe kritisiert, dass dieser

      1.) dies in einem Stil, den ich nur als Personenkult bezeichnen kann, an den Anfang seiner Veranstaltung stellt und

      2.) suggeriert, ihr Erfahrungsbericht sei ein tauglicher Beleg für die Wirksamkeit seines Therapieansatzes.

      Ersteres entspricht nicht dem Auftreten eines seriösen Therapeuten oder Wissenschaftlers. Letzteres ist bestenfalls eine fromme Selbsttäuschung.

      “Hier geht es nicht um Profit …”

      Das ist eine kühne Behauptung. Ich werde das erst dann als glaubwürdig ansehen, wenn Rath nicht nur gebetsmühlenartig die Rechtsform seiner Organisation betont sondern auch deren vollständige Bilanz und seine persönlichen Bezüge offenlegt. Ihnen ist sicher bekannt, dass viele kommerzielle Organisationen die Gewinne in anderen Formen als Dividenden und steigenden Anteilswerten an ihre Stakeholder ausschütten.

      Aber nochmal: Was er tut wird durch ehrbare Motive nicht richtiger. Selbst wenn er das, was er vorgibt, tatsächlich lebt, ist das nur beiläufig von Interesse.

      “Ich mache Ihnen einen Vorschalg besuchen sie die nächste Veranstaltung … bis sie es begriffen haben.”

      Ich habe bereits eine dreistündige Veranstaltung besucht. Ich habe meine Eindrücke ausführlich geschildert. Und ich habe meine Schlussfolgerungen ausführlich begründet. Wenn irgendetwas daran falsch ist, können Sie das gern korrigieren. Wenn aus Ihrer Sicht irgendetwas wichtiges fehlt, dann können Sie das gern ergänzen.

      Vielleicht lesen Sie einfach nochmal meinen Text und erklären mir dann ganz konkret, was ich nicht begriffen habe.

  14. sandra says:

    Herr Nolden Herr Nolden. schade das die Mensche sich weter so hinters licht führen lassen, von den Ärzten. Dr Rath hat nun mal Menschen geholfen ( seine Zell Vital Stoffe) die von normalen Ärzten als nicht mehr Heibag abgschrieben wurden. Um einen Menschen weiter krank zu erhalten, zahlen die Kassen doch selber alles. Die Fahrt mit dem Taxi zur Chemo behandlung………. Traurig. Aber alle die dann nicht mehr weiter wissen, kommen zu Rath, und haben Erfolg.

    • Dr Rath hat nun mal Menschen geholfen ( seine Zell Vital Stoffe) die von normalen Ärzten als nicht mehr Heibag abgschrieben wurden.

      Das stimmt nicht. Rath verdreht lediglich die Tatsachen, um sich als rettender Engel in Szene zu setzen. Wie er das tut, habe ich im Text bereits analysiert.

      Um einen Menschen weiter krank zu erhalten, zahlen die Kassen doch selber alles.

      Auch das ist falsch. Die Krankenkassen erstatten die Kosten für Therapien, für die ein Wirksamkeitsnachweis vorliegt. Richtig ist, dass sie auch die Kosten für die Chemotherapie erstatten. Der Grund dafür ist aber, dass deren Wirksamkeit eben – im Gegensatz zu der von Raths Methode – nachgewiesen ist.

      Und bitte, welches Interesse sollten denn die Krankenkassen haben, um ihre Versicherten krank zu machen? Bei der Pharma-Industrie ist das ja wenigstens noch bei einer sehr oberflächlichen Betrachtung plausibel. Aber bei Krankenkassen, die die Kosten für die Behandlung von Krankheiten zu tragen haben, ist das einfach nur noch Unfug.

      …alle die dann nicht mehr weiter wissen, kommen zu Rath, und haben Erfolg.

      Auch das ist falsch. Rath kann nichtmal in Einzelfällen belegen, dass seine Therapie wirklich einen Beitrag zu irgendeiner Verbesserung geleistet hat. Von einer Erfolgsquote von 100%, die Sie mit Ihrer Formulierung unterstellen, kann nun wirklich keine Rede sein.

      Belegen Sie derartige Behauptungen bitte, wenn Sie ernstgenommen werden wollen.

  15. Averell says:

    Hallo Herr Nolden,

    http://www.youtube.com/watch?feature=endscreen&NR=1&v=a16hLApxX3s

    ist dieses Verschwörungsgeblubber Punkt 5.?

    Viele Grüße,
    Averell

    • Hallo Averell,

      nein, das ist der Appell an die Politik. Der bildete den Abschluss der Veranstaltung. (Ich glaube, ich habe ihn garnicht erwähnt; insofern danke für die Ergänzung.) UnterPunkt 5 beschreibe ich den Vortragsteil, der unmittelbar davor kam. Darin hat Rath ein komplettes Verschwörungs-Konstrukt argumentativ aufgebaut.

  16. Robert Müller says:

    Absolut unprofessionel… das ist das erste was mir einfällt wenn ich diesen Text und die Kommentare dazu lese. Im Fazit steht “Ich habe mich bemüht, unvoreingenommen an die Veranstaltung heranzugehen” aber schon der erste Satz des Textes startet mit “verbreitet Verschwörungstheoretiker und Aids-Leugner Matthias Rath derzeit auf…” – sehr unvoreingenommen 😉
    Ich selbst bin damals auf Dr. Rath aufmerksam geworden, als der Fall Dominik in der Presse war. Ich informierte mich ausführlichst über alle Einzelheiten und VORALLEM las ich mir auch durch, was die Gegenseite zu sagen hatte! Dann lese ich hier wieder Kommentare wie “Ich hatte überlegt hinzugehen, aber die Faulheit siegte” – damit kann man natürlich eine inteligente Diskusion führen :-S Egal, auf jeden Fall, war ich damals, prägt von Presseberichten, sehr skeptisch was Dr. Rath angeht. Also, nahm ich seine Arbeiten auseinander, über jede kleine Information, über jede Studie über die Rath schrieb, informierte ich mich ausführlichst – ich habe besonders wert darauf gelegt, dass diese eben nicht von Dr. Rath selbst vorgenommen wurde… Im nachhinein stellte ich fest, dass Dr. Rath mit ausnahmslos allem damals recherchierten Informationen die Wahrheits schrieb. Nicht Dr. Rath selbst nahm hier und nimmt ihr ausschließlich Studien vor, hunderte Institute weltweit nehmen diese Studien vor, und es ist großartig (die originalen) Studieergebnisse zu lesen uns zu sehen dass Dr. Rath recht hat!

    Nur mal eine Sache die Rath in seinem Buch schrieb:
    Nämlich, dass Vitamin C für Typ-1 Diabetiker sehr wichtig ist – Beweisführung (nichts ist hier von Dr. Rath!):

    http://www.diabetes-heute.uni-duesseldorf.de/news/archiv/2008/12/index.html?TextID=3592

    http://diabetologie.universimed.com/artikel/vitamin-c-verbessert-endotheliale-funktion-und-insulin-sensitivit%C3%A4t

    Deutsche Studien:
    http://www.cellmedsoc.org/research_archive/NHC/studien_pdf/old/c-vitamin_und_diabetes.pdf

    http://www4.dr-rath-foundation.org/NHC/studien_pdf/old/diabetes_und_vitamin_c.pdf

    Weltweite Studien:
    http://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/17225921
    http://www.seanet.com/~alexs/ascorbate/197x/dice-jf-ircs-1973-march-p41.htm

    Und diese Studien betreffen nur den Zusammenhang von Vitamin C, Diabetes und Durchblutungsstörungen…

    Lesen > Verstehen > Wissen!

    • Im Fazit steht “Ich habe mich bemüht, unvoreingenommen an die Veranstaltung heranzugehen” aber schon der erste Satz des Textes startet mit “verbreitet Verschwörungstheoretiker und Aids-Leugner Matthias Rath derzeit auf…” – sehr unvoreingenommen

      Rath verbreitet Verschwörungstheorien, und er leugnet die Existenz von Aids als Infektionskrankheit. Das ist nunmal so. Und Unvoreingenommenheit bedeutet nicht, dass man Tatsachen verschweigt. Anscheinend verwechselst Du Unvoreingenommenheit mit Verblendung.

      Ich informierte mich ausführlichst über alle Einzelheiten und VORALLEM … sehr skeptisch … jede kleine Information … informierte ich mich ausführlichst …

      Fehlende Inhalte durch Superlative zu kompensieren, ist ein typisches Kennzeichen für eine beliebte pseudowissenschaftliche Scheinargumentation: Wer es anders sieht als ich, der hat sich eben noch nicht intensiv genug damit beschäftigt.

      Es gibt genug andere Texte, die sich mit dieser Argumentationsstruktur auseinandersetzen. Ich gehe hier darauf nicht weiter ein.

      Im nachhinein stellte ich fest, dass Dr. Rath mit ausnahmslos allem damals recherchierten Informationen die Wahrheits schrieb.

      Dann liefere doch für irgendeine davon mal Belege, die ich nicht im Artikel schon ausführlich auseinandergenommen habe.

      Und diese Studien betreffen nur den Zusammenhang von Vitamin C, Diabetes und Durchblutungsstörungen…

      Genau. Sie haben mit dem behaupteten Zusammenhang zwischen Vitaminen und Krebs nicht das Geringste zu tun. Ich habe bereits im Artikel ausführlich beschrieben, wie Rath wahllos zusammengestellte positive Eigenschaften von Vitaminen systematisch ausnutzt, um seine Behauptungen scheinbar glaubwürdig erscheinen zu lassen. Du lieferst also keinerlei neue Information.

      Um es auf einen Nenner zu bringen: Du bist herzlich eingeladen, mich und meine Texte zu kritisieren. Aber ernst zu nehmende Kritik setzt voraus, dass Du erklärst,
      1.) was konkret falsch ist und
      2.) wie es konkret richtig lauten muss.
      Und selbstverständlich setzt sie für beides belastbare Belege oder zumindest überzeugende Argumente voraus. (Du bist übrigens nicht der erste, dem ich das erkläre.)

      Und wenn Du meinen Blog unprofessionell findest, dann lies ihn einfach nicht.

  17. Robert Müller says:

    Rath verbreitet Verschwörungstheorien, und er leugnet die Existenz von Aids als Infektionskrankheit. Das ist nunmal so. Und Unvoreingenommenheit bedeutet nicht, dass man Tatsachen verschweigt. Anscheinend verwechselst Du Unvoreingenommenheit mit Verblendung.

    Verschwörungstheorien? Ich schätze mal für einen Außenstehenden mag das am Anfang so rüber kommen. Aber sei mal ehrlich, glaubst du wirklich dass einer der reichsten und einflußreichsten Industrien der Welt, dir oder irgendjemanden sagen würde, wenn sie ein einfaches, billiges und vorallem patentfreies Medikament gegen Krebs gefunden hätten – glaubst du doch selbst nicht… In diese Industrie wird mehr Geld für Promotion ausgegeben als für Forschung – das ist nichts neues… Hier ein kurzes Beispiel, vielleicht sagt dir der Titel “Heilung unerwünscht” etwas. Kurze Erklärung: Ein Forscher erfand vor einiger Zeit eine einfache Salbe gegen Neurodermitis – diese Salbe half vielen Patienten, war aber so einfach und kostengünstig herzustellen und dazu patentfrei, dass zu diesem Zeitpunkt keine einzige Pharmafirma das Produkt verkaufen wollte… Schau dir einfach mal kurz die Reportage an – http://www.dailymotion.com/video/xkwi1z_heilung-unerwuenscht-wie-pharmakonzerne-ein-medikament-verhindern_news?start=8
    Die Begründung “passt nicht ins Portfolio” sagt doch alles… Und das ist nur ein Beispiel von vielen Dingen die wir gar nicht mitbekommen. Verschwörung würde ich es also nicht bezeichnen… Machen wir uns nichts vor – In jeder Industrie (vorallem bei Unternehmen welche an der Börse tätig sind, und das sind so gut wie alle großen Pharmafirmen) geht es ums Geld und Umsatz machen mit teuren Produkten…

    Die Leugnung von Aids ist auch nicht richtig. Kurze Erklärung… Aids ist eine Immunkrankheit. Dr. Rath beschrieb, dass der Virus zwar im Körper nachweisbar ist, aber erst später wirklich ausbricht. Ursache dafür ist das bis dahin eigene, gut funktionierende Immunsystem. Aids-Medikamente die man hier bei uns bekommt, haben auch die Aufgabe, den Ausbruch zu unterdrücken. Unterstützt man nun das eigene Immunsystem läßt sich der Ausbruch der Krankheit ebenfalls hinauszögern oder gar verhindern. Der Virus bleibt natürlich im Körper dauerhaft nachweisbar – Rath auch nie etwas anderes behauptet. Nun ist die Lage in Afrika so, dass dort die Medikamente gegen den Ausbruch der Krankheit nicht so vertrieben werden wie bei uns… Bezahlen müsste man sie auch erstmal… Auf jeden Fall, kann man eben das Immunsystem gezielt aufbauen, wenn man dem Körper das zuführt was er braucht, nämlich Vitamine, Mineralstoffe usw… Hast du dir mal überlegt, warum die DGE täglich mind. 5 Portionen (a 100g) Obst und Gemüse empfiehlt? Was ist den Gesundes im Obst und Gemüse was uns gesund erhält?

    Fehlende Inhalte durch Superlative zu kompensieren, ist ein typisches Kennzeichen für eine beliebte pseudowissenschaftliche Scheinargumentation: Wer es anders sieht als ich, der hat sich eben noch nicht intensiv genug damit beschäftigt.

    Du sagst, jemand der sich richtig damit auskennt muss deiner Meinung sein – ich behaupte das Gegenteil… und das hat einen Grund. Ich informiere mich nicht einseitig und verlasse mich nur auf seriöse Quellen – Widerspruch? Nein, wie schon gesagt, alle Behauptungen die Rath aufstellt kommen durch eine Vielzahl weltweit geführter Studien zustande, die alle (ausnahmslos jede) im weltweit größen Studienarchiv eingesehen werden können (PubMed) und diese Studien führte eben nicht Dr. Rath durch, sondern kommen z.B. aus Harvard, Stanford, Cambridge, L.A. usw… ein Beispiel hab ich oben schon gezeigt. Ein weiteres werde ich gleich zeigen…

    Dann liefere doch für irgendeine davon mal Belege, die ich nicht im Artikel schon ausführlich auseinandergenommen habe.

    Sehr gern… Dr. Raths Behauptung, Vitamin C schütz vor Herzinfarkt und Schlaganfall, klingt erstmal weit hergeholt. Tatsächlich ist es wichtig hier auch die Details und Zusammenhänge zu verstehen. Wie schon in meinem vorherigen Kommentar zu sehen war, wird Diabetikern die Einnahme von Vitamin C von Wissenschaftlern empfohlen. Warum? Diabetiker haben, wie Raucher, eine höhere Anzahl von freien Radikalen im Blut, welche die Gefäßwände schädigen (nebenbei verursachen sie auch Krebs – was natürlich AUCH damit zusammenhängt, dass Diabetiker und Raucher ein höheres Krebsrisiko besitzen). Kannst du übrigens alles im Netz nachlesen, einfach google’n… Auf jeden Fall, verursachen die freien Radikale eine “endotheliale Dysfunktion” welche unmittelbar mit Arteriosklerose verbunden ist. Die, wie wir wissen, nicht nur bei Diabetikern und Rauchern auftritt sondern Todesursache Nr. 1 in Deutschland ist. In einer Studie (nicht von Dr. Rath!) fand man nun heraus, dass Vitamin C, die Fähigkeit besitzt, die Gefäßzellen (Endothele) indirekt zur Heilung zu verleiten… Hier die Original-Studie: http://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/17225921
    Ich geh mal davon aus, dass du Englisch kannst. Wenn nicht… einfach nochmal nachfragen, ich übersetz es dir…

    Vitamin C kann also gegen Arteriosklerose schützen… zu diesem Thema könnte ich dir einen zweistündigen Vortrag halten 😉 Ich kann natürlich noch weiter ins Details gehen wenn du möchtest.

    Hier aber nochal der Link zum Studienarchiv welche nicht von Rath selbst durchgführt wurden, aber den Heilenden Effekt der Vitamine beweist: http://www4ger.dr-rath-foundation.org/NATUERLICHE_GESUNDHEIT/studien/studienarchiv.html

    Genau. Sie haben mit dem behaupteten Zusammenhang zwischen Vitaminen und Krebs nicht das Geringste zu tun. Ich habe bereits im Artikel ausführlich beschrieben, wie Rath wahllos zusammengestellte positive Eigenschaften von Vitaminen systematisch ausnutzt, um seine Behauptungen scheinbar glaubwürdig erscheinen zu lassen. Du lieferst also keinerlei neue Information.

    Dass Vitamine gegen Krebs einen sehr postiven Nutzen haben, hat Rath in erster Linie in seinem eigenen Forschungslabor in Kalifornien nachgewiesen – da dir das sicher nicht seriös genug ist, kann ich dir nur Studien zeigen die diesen postiven Effekt ebenfalls zeigen – diese sind zwar zur Zeit noch begrenzt aber derzeit werden weltweit Vitamin-Krebs-Studien durchgeführt…:

    http://www.focus.de/gesundheit/ratgeber/krebs/news/tumorwachstum_aid_132337.html
    http://www.aerztezeitung.de/medizin/krankheiten/krebs/mamma-karzinom/article/547666/anwendungsstudie-vitamin-c-plus-hyperthermie-krebs.html

    http://geb.uni-giessen.de/geb/volltexte/2008/5672/pdf/SdF_1986-3_47-49.pdf

    http://www.wissenschaft.de/wissenschaft/news/257561.html

    http://www.spiegel.de/wissenschaft/mensch/laborstudie-hochdosiertes-vitamin-c-toetet-krebszellen-a-374510.html

    http://www.focus.de/gesundheit/news/vitamin-c_aid_106795.html

    Ich habe mich jetzt mal auf die deutschen Presseberichte konzentriert, wenn du willst such ich dir auch die Original-Studien heraus…

    ich hoffe du machst dir mindestens genau so viel Mühe das hier zu lesen, wie ich mir mit dem Schreiben dieses Textes…

    • Verschwörungstheorien? Ich schätze mal für einen Außenstehenden mag das am Anfang so rüber kommen.

      Ich schätze mal, ich habe im Artikel ausführlich genug demonstriert, dass Rath offensichtlich die Verhaltensweisen, die Argumentationsstrukturen und die Inhalte typischen Verschwörungsdenkens an den Tag legt. Dass das kritiklos Gläubigen wie eine differenzierte Auseinandersetzung mit den betreffenden Themen erscheint, ist mir klar. Aber es bringt nichts dagegen anzuargumentieren. Denn die Kriterien, mit deren Hilfe man Verschwörungsdenken erkennen kann, sind allgemein bekannt. Die Gläubigen blenden sie nur aus.

      Aber achte mal darauf, wie stark Dein Einstiegssatz selbst von konspirationistischer Rhetorik geprägt ist. Denn er sagt bei Licht betrachtet nichts anderes aus als dass die, die anderer Meinung als Du sind,
      1. unrecht haben und
      2. sich eben nicht intensiv mit dem Thema auseinandergesetzt haben.

      Fakt ist, dass vielmehr Du Dich nicht richtig damit befasst hast. Und das ist keine Frage der Intensität sondern eine Frage der Methode. Denn Du schilderst hier mit endlosen Aneinanderreihungen von Superlativen, dass Du jede These von Rath haarklein auseinandergenommen hast. Aber die banalsten Erkenntnisse bei der Untersuchung von Verschwörungstheorien sind Dir vollkommen fremd.

      Wie auch immer. Die rhetorische Funktion Deines Einstiegssatzes besteht – genau wie bei Deinem letzten Post – aus den zwei üblichen Komponenten:
      1. Er soll suggerieren, dass ich per se unrecht habe.
      2. Dadurch soll er meine Kompetenz in Zweifel ziehen.
      Ich habe diesen rhetorischen Trick jetzt oft genug analysiert. Ich werde es für Dich kein weiteres Mal tun. Wenn Du ernsthaft mit mir über Raths Verschwörungsdenken diskutieren willst, dann sage endlich, welche von meinen Schlussfolgerungen im Artikel konkret falsch ist oder für welche von Raths Verschwörungstheorien Du konkrete Belege hast. Und konkret heißt, dass sie die konkrete Behauptung belegen, nicht dass sie – wie in Deinen weiteren Ausführungen – irgendwie ins Bild passen.

      Aber sei mal ehrlich…

      Strohmann!

      …glaubst du wirklich…

      Strohmann!

      …dass einer der reichsten und einflußreichsten Industrien der Welt…

      Unbelegte Behauptung!

      …dir oder irgendjemanden sagen würde, wenn sie ein einfaches, billiges und vorallem patentfreies Medikament gegen Krebs gefunden hätten…

      Ich habe bereits im Artikel ausführlich geschildert, weshalb Produkte der Pharma-Industrie prinzipiell niemals billig sein können. Aber um Deine an sich berechtigte Frage nicht ganz in der ganzen Rhetorik verschwinden zu lassen: Wenn ein Pharma-Unternehmen ein Medikament entdeckt, das wirksamer ist als die konkurrierenden Produkte und dazu noch kostengünstig in der Herstellung (Ich nehme an, das meinst Du mit “einfach” und “billig”,), dann wird es dieses vermarkten und bemüht sein, damit eine größtmögliche Rendite zu erwirtschaften. Dazu muss es notgedrungen “mir davon erzählen”.

      Genau so macht jedes Pharma-Unternehmen bei jedem Medikament, das es “entdeckt”. Das macht ausnahmslos jedes Unternehmen mit ausnahmslos jedem Produkt, das es zur Marktreife entwickelt. So und nicht anders funktioniert Wirtschaft. Und speziell bei Pharma-Produkten sieht das so aus, dass der Entwickler wenige Jahre einen Patentschutz genießt und entsprechend so lange Zeit hat, seine Entwicklungskosten über eine hohe Umsatzrendite wieder reinzuholen. Danach kommen Generika auf den Markt, die um Größenordnungen preisgünstiger sind.

      Das habe ich bereits im Artikel ausführlich erklärt. Deine Frage hättest Du also durch aufmerksames Lesen selbst beantworten können.

      – glaubst du doch selbst nicht…

      Inflationärer Suggestiveinsatz des Wortes “glauben”. Letztlich auch nur ein Strohmann.

      In diese Industrie wird mehr Geld für Promotion ausgegeben als für Forschung – das ist nichts neues…

      Es ist ebenfalls nichts neuen, dass Du für Behauptungen wie diese hier Belege zu erbringen hast.

      Hier ein kurzes Beispiel…

      Welches ebenfalls unbelegt ist.

      Schau dir einfach mal kurz die Reportage an…

      Ein Link auf ein Video in einem Online-Portal ist nämlich das exakte Gegenteil eines diskussionswürdigen Beleges. Wenn Du ernsthaft darüber diskutieren willst – was ja an sich legitim ist -, dann mache Dir bitte wenigstens die Mühe, zu schildern, auf welche Belege, sich die Kernaussage stützt. Es ist nämlich ebenfalls eine beliebte Diskussionsstrategie von Verschwörungstheoretikern, am laufenden Band irgendwelche Verweise zu liefern und es den Kritikern zu überlassen, nachzuweisen, dass sie unbrauchbar sind. So kann die “intelligente Diskussion”, die Du in Deinem letzten Post angemahnt hast, nicht funktionieren.

      Mach also Deine Hausaufgaben bitte selbst anstatt sie an mich zu delegieren. Und beschränke Dich bitte dabei auf das Thema meines Artikels. (Ich denke, Dir ist bewusst, dass das hier mein Blog ist und nicht ein allgemeines Diskussionsforum.) Dieser beschäftigt hier sich mit Raths Behauptungen, nicht mit allgemeinen Missständen in der Pharma-Branche.

      Die Begründung “passt nicht ins Portfolio” sagt doch alles…

      Sie sagt genau, dass etwas nicht ins Portfolio passt. Nicht mehr und nicht weniger. Und genauso wie Rath versuchst Du zu suggerieren, dass es deshalb als nicht passend angesehen wird, weil es dem Patienten hilft. Auch das ist nichts weiter als verschwörungstheoretische Suggestivrhetorik.

      [Als] Verschwörung würde ich es also nicht bezeichnen…

      Und was hat es dann in einer Diskussion um Raths Verschwörungstheorien zu suchen?

      Machen wir uns nichts vor –

      Strohmann!

      In jeder Industrie … geht es ums Geld und Umsatz machen mit teuren Produkten…

      Genau. Alle Unternehmen sind dazu da, Geld zu verdienen. Genau das schreibe ich im Artikel. Und genau deshalb ist es Blödsinn, dass Rath selektiv der Pharma-Industrie dies vorwirft. Danke, dass Du mir zustimmst, dass an seinem Gefasel von der großen Pharma-verschwörung nicht das Geringste dran ist.

      Die Leugnung von Aids ist auch nicht richtig.

      http://psiram.com/ge/index.php/Matthias_Rath#Rath_und_AIDS

      Nun ist die Lage in Afrika so, dass dort die Medikamente gegen den Ausbruch der Krankheit nicht so vertrieben werden wie bei uns…

      Wie ist sie? Belege?

      Bezahlen müsste man sie auch erstmal…

      Ich hatte schon darauf hingewiesen, dass Pharma-Unternehmen Medikamente nicht aus Menschenfreundlichkeit entwickeln sondern um damit Geld zu verdienen, ja?

      Auf jeden Fall, kann man eben das Immunsystem gezielt aufbauen, wenn man…

      Ich habe schon sehr häufig ausdrücklich und deutlich darauf hingewiesen, dass ich die Vielzahl der belegbaren positiven Wirkungen von Vitaminen nicht leugne. Genausooft hatte ich darauf hingewiesen, dass diese kein Beleg, nichtmal eine Begründung für die von Rath behaupteten Wirkungen sind. Ich habe jetzt schon einige Male herausgearbeitet, wie Rath systematisch diese belegbaren positiven Wirkungen missbraucht, um die vermeintlichen, mit denen er seine Präparate bewirbt, vermeintlich glaubwürdig erscheinen zu lassen. Ich tue dies Dir gegenüber nicht nochmal.

      Du sagst, jemand der sich richtig damit auskennt muss deiner Meinung sein –

      Da habe ich nicht gesagt. Auch das ist ein Strohmann.

      Ich informiere mich nicht einseitig und verlasse mich nur auf seriöse Quellen – Widerspruch?

      Und hier bist Du Opfer des “Wahren Schotten” (http://de.wikipedia.org/wiki/No_true_Scotsman). Arbeite mal an Deiner Methoik.

      Nein, wie schon gesagt, alle Behauptungen die Rath aufstellt kommen durch eine Vielzahl weltweit geführter Studien zustande…

      Es kommt weder auf die Anzahl der Studien an noch darauf, dass sie weltweit durchgeführt werden. Es kommt darauf an, dass sie in anerkannten Magazinen peer-review-veröffentlicht sind (das macht sie diskussionswürdig) und tatsächlich der Fachdiskussion standhalten. (Letzteres macht sie glaubwürdig.) Beides ist bei Raths Studien nicht der Fall. Er erzeugt lediglich eine Schein-Glaubwürdigkeit, indem er Selbstreferenzen so aussehen lässt, als wären sie professionell, und auf zahllose Studien verweist, die nur auf den ersten Blick seine Behauptungen zu belegen scheinen. Und er überlässt es den Kritikern, herauszufinden, dass sie das bei näherer Betrachtung nicht tun. Ich habe diese Vorgehensweise bereits weiter oben erläutert.

      Dann liefere doch für irgendeine davon mal Belege, die ich nicht im Artikel schon ausführlich auseinandergenommen habe.

      Sehr gern… Dr. Raths Behauptung, Vitamin C schütz vor Herzinfarkt und Schlaganfall, klingt erstmal weit hergeholt…

      Ich meinte natürlich Behauptungen, die für das, worum es hier geht, eine Relevanz haben. Ein Zusammenhang zwischen Vitamin-C und Herzinfarkten, selbst wenn es ihn gibt, hat nichts mit Raths behaupteten Zusammenhang zwischen Vitamin-C und Krebs zu tun. Im Übrigen würde kein Arzt, der richtig tickt, einen Herzinfarkt ausschließlich mit sinnlos gesteigerten Dosen von Vitamin-C behandeln.

      Dass Vitamine gegen Krebs einen sehr postiven Nutzen haben, hat Rath in erster Linie in seinem eigenen Forschungslabor in Kalifornien nachgewiesen…

      …mit haarsträuzbenden methodischen Mängeln.

      – da dir das sicher nicht seriös genug ist…

      Aufgrund mangelhafter wissenschaftlicher Methodik.

      Ich habe mich jetzt mal auf die deutschen Presseberichte konzentriert, wenn du willst such ich dir auch die Original-Studien heraus…

      Danke, nein. Ich kenne sie bereits.

      Und durch die Presse geistern alle möglichen wilden Behauptungen. Und es gibt alle möglichen Studien, die alles mögliche scheinbar belegen. Entscheidend ist die Gesamtheit der Befundlage. Und die ist eben so, dass Vitamine alle möglichen lebenswichtigen Funktionen haben (Genau das ist die Definition von Vitaminen.), meinetwegen kann Vitaminmangel auch Krebserkrankungen begünstigen (die Befundlage hierzu ist tatsächlich nicht endgültig klar). Aber das bedeutet nicht, dass sie im Umkehrschluss Krebs heilen können, wenn man sie nur in entsprechen großen Dosen zu sich nimmt.

      ich hoffe du machst dir mindestens genau so viel Mühe das hier zu lesen, wie ich mir mit dem Schreiben dieses Textes…

      Tut mir leid, nein. Und das hat mehrere Gründe:

      1.) Es macht mir wenig Spaß, mich mit jemandem auseinanderzusetzen, der mir zur Begrüßung als erstes den Vorwurf der Unprofessionalität und der Voreingenommenheit um die Ohren schlägt und der letztendlich nur versucht, mir die Kompetenz, mich zu diesem (oder irgendeinem anderen) Thema zu äußern, abzusprechen.

      2.) Ich erkenne zwar an, dass Du im zweiten Post deutlich mehr um die Darstellung relevanter Inhalte bemüht bist. Aber letztlich finde ich in Deinen sehr langen Ausführungen keine. Was ich stattdessen finde sind die üblichen Argumentationsstrukturen, die ich und andere schon vielfach analysiert und entkäftet haben. Ich sehe da keinen Mehrwert in einer weiteren detaillierten Auseinanderstzung, weder für mich noch für meine Leser. Und ich habe dann auch einfach wichtigeres zu tun. Ich bitte Dich deshalb um Verständnis, dass ich auf Punkte, auf die die gleichen Gegenreden, die ich schon geäußert habe, zutreffen, nicht wieter eingehen werde.

      3.) Es ist anstrengend und zeitraubend, immer gegen die gleichen rhetorischen Tricks anzuargumentieren. Und es bringt keinerlei neue Erkenntnis. Deshalb erlaube ich mir, Kommentare von Dir nur noch zu veröffentlichen, wenn sie frei von den bereits von mir kritisierten rhetorischen Manövern sind. Wenn es Dir wirklich um die Sachinhalte geht, wirst Du sicher in der Lage sein, diese auch ohne die altgewohnte rhetorische Trickkiste zu äußern. Ich habe Dir ja ausführlich genug erklärt, wie Deine rhetorischen Fouls – die Dir als solche möglicherweise garnicht bewusst sind – funktionieren. Wenn Dir irgendwo unklar ist, was ich meine, kannst Du gern fragen.

      4.) Und schließlich schreibst Du viel zu viel und viel zu viel, was am Thema vorbeigeht. Konzentriere Dich bitte bei zukünftigen Posts auf die Punkte, die eine konkrete und eindeutige Aussage über die im Artikel erörterten Themen zulassen und die noch nicht wiederlegt sind. Weitere Beiträge, die nur irgendwie ins Bild passen, erlaube ich mir, zu löschen oder nur auszugsweise zu veröffentlichen.

    • Btw.:

      …wenn sie ein einfaches, billiges und vorallem patentfreies Medikament gegen Krebs gefunden hätten…

      Du scheinst eine seltsame Vorstellung davon zu haben, wo Medikamente herkommen. Man findet sie nicht am Wegesrand und freut sich, wenn sie zufällig patentfrei sind. Sie sind das Produkt langer und teurer Entwicklungsarbeit. Und man lässt sie patentieren, damit man mit ihnen einen Gewinn aus dieser Investition erzielen kann.

      • Robert Müller says:

        Du scheinst eine seltsame Vorstellung davon zu haben, wo Medikamente herkommen. Man findet sie nicht am Wegesrand und freut sich, wenn sie zufällig patentfrei sind. Sie sind das Produkt langer und teurer Entwicklungsarbeit. Und man lässt sie patentieren, damit man mit ihnen einen Gewinn aus dieser Investition erzielen kann.

        Vitamine sind patentfrei… und sie haben einen positiven Einfluss auf die Gesundheit. Du hast dir sicher nicht den Bericht “Heilung unerwünscht” angesehen, sonst wüsstest du was ich meine. Es war für einen Medizinstudenten eben doch möglich solch ein Medikament selbst herzustellen und das Medikament, was besser wirkt alles alle anderen chemischen aus der Pharmaindustrie, besteht “einfach” nur aus einem Vitamin… Da frag ich mich, woran arbeiten denn die Super-Wissenschaftler der Pharmaindustrie?

        Achso… meinen letzten Beitrag darfst du ruhig auch veröffentlichen und beantworten… 😉

        • Vitamine sind patentfrei… und sie haben einen positiven Einfluss auf die Gesundheit.

          Vitamine erfüllen lebensnotwendige Funktionen. Wenn Du das als positiven Einfluss auf die Gesundheit umschreiben willst, meinetwegen. Der Punkt ist, dass Vitamine bereits vermarktet werden. Auch von der Pharmaindustrie. Der Teufel weiß, was das mit der hypothetischen Entdeckung eines “billigen” Medikamenten zu tun haben soll, das nach Diener Behauptung vom Markt ferngehalten wird. Aber da Du Dich bereits verabschiedet hast, frage ich garnicht erst.

          Achso… meinen letzten Beitrag darfst du ruhig auch veröffentlichen und beantworten…

          Ich veröffentliche hier was ich will und wann ich will. Also spiel Dich nicht auf.

  18. Robert Müller says:

    Denn er sagt bei Licht betrachtet nichts anderes aus als dass die, die anderer Meinung als Du sind,
    1. unrecht haben und
    2. sich eben nicht intensiv mit dem Thema auseinandergesetzt haben

    Genau, das selbe tust du auch 😉 mit “Wer es anders sieht als ich, der hat sich eben noch nicht intensiv genug damit beschäftigt.” Du bahauptest genau wie ich, recht zu haben… Aber lass uns doch eher die Fakten auf den Tisch legen, aussortieren und ein Fazit erstellen 😉

    Unbelegte Behauptung!

    Die Pharma-Industrie ist nicht einflußreich? Siehe:
    http://www.youtube.com/watch?v=7P73IVXGm9k
    http://www.sueddeutsche.de/politik/korrupter-einfluss-der-pharmaindustrie-gefaelschte-studien-beeinflusste-behoerden-verschwiegene-risiken-1.780120
    http://www.ippnw.de/soziale-verantwortung/gesundheitspolitik/pharma-kampagne/artikel/8edced7f53/die-pharmaindustrie-und-ihr-einfluss.html
    http://www.tagesspiegel.de/politik/pharmaindustrie-diagnose-wuchernd/1229482.html
    http://www.vdaeae.de/index.php?option=com_content&task=view&id=379&Itemid=50

    Wenn ein Pharma-Unternehmen ein Medikament entdeckt, das wirksamer ist als die konkurrierenden Produkte und dazu noch kostengünstig in der Herstellung (Ich ehme an, das meinst Du mit “einfach” und “billig”,), dann wird es dieses vermarkten und bemüht sein, damit eine größtmögliche Rendite zu erwirtschaften.

    Wieso sollte man, wenn man Geld verdienen möchte, ein billigeres Medikament auf den Markt bringen, was besser und länger wirkt – als die eigenen teuren minderwertigen Medikamente anzubieten, noch dazu wenn es keine Alternativen gibt? Man würde weniger Geld damit verdienen, oder nicht? Und wie kann man sich denn bemühen, die größtmögliche Rendite zu erwirtschaften? Werbung machen? Für ein Produkt was man sich eigentlich zu Hause selbst kostengünstiger mixen kann?

    Ich möchte hier nochnochmal kurz darauf verweisen, dass es sich hier um ein Vitamin handelt, welches ganz plötzlich und wider besseren Wissens besser wirkt als alle am Markt befindlichen Medikamente… Die “Kraft der Vitamine” ist also nicht zu unterschätzen…

    http://psiram.com/ge/index.php/Matthias_Rath#Rath_und_AIDS

    Sorry, aber Esowatch als seriöse Quelle anzugeben, ist wie jemanden einen Smart als Familienauto zuverkaufen 🙂

    Wie ist sie? Belege?

    http://www.zeit.de/wissen/gesundheit/2009-11/patente-aids
    http://www.eed.de/ueberblick.archiv/one.ueberblick.article/ueberblick.html?entry=page.200603.092
    http://www.freunde-afrikas.de/medizinische-hilfe-afrika.htm

    Nebenbei: Hier eine richterlich erwirkte Richtigstellung der Bild-Zeitung
    http://www4ger.dr-rath-foundation.org/images/20060425_bild_richtigstellung.jpg

    Ich habe jetzt schon einige Male herausgearbeitet, wie rath systematisch diese belegbaren positiven Wirkungen missbraucht, um die vermeintlichen, mit denen er seine Präparate bewirbt, vermeintlich glaubwürdig erscheinen zu lassen.

    SEINE Präparate? Du weißt aber auch, dass es Vitamine an jeder Ecke zu kaufen gibt? Seine Aussagen über die Wirkung der Vitamine habe ich jetzt auch schon mal gesagt werden durch weltweit geführte Studien belegt…

    Und hier bist Du Opfer des “Wahren Schotten” (http://de.wikipedia.org/wiki/No_true_Scotsman). Arbeite mal an Deiner Methoik.

    Sag mal, bist du Deutschlehrer? Argumentiere doch mal auf sachlicher Basis ,beruhend auf Fakten, mit mir. Wenn ich sage, ich verlasse mich nur auf seriöse Quellen wie weltweit geführte Universitätsstudien, ist das deiner Meinung nach falsch?

    Im übrigen würde kein Arzt, der richtig tickt, einen herzinfarkt ausschließlich mit sinnlos gesteigerten Dosen von Vitamin-C behandeln.

    Und hier sehe ich Parallelen mit dem “Heilung unerwünscht”-Medikament… Wenn es eben vielleicht doch so einfach ist – und ich ruf in Erinnerung, dass der Arzt zu der Vitamin B12 sagte “rosa Hühnerkake” – ist es vielleicht doch fährläßig genau dieses Vitamin C nicht zur Vorbeugung einzusetzen… Ich red hier auch nicht davon, mit Vitamin C die Folgen eines Herzinfarktes zu beheben – das funktioniert sicher nicht!

    Wie ich im Schluss deines Kommentars lese, hast du keine Lust dich mit mir und meiner Argumentationsart auseinander zusetzen… Kann erklär mir doch bitte mal meinen “Fehler” (in deinen Augen).

    Ein Satz aus deinem Eröffnungs-Post ist mir grade noch negativ aufgefallen:
    (Ich bin mir auch ziemlich sicher, dass seine Behauptung, dass Tiere keinen Krebs bekommen, weil sie Ascorbinsäure selbst produzieren, Unsinn ist. Falls ich da falsch liege, bin ich für sachkundige Richtigstellung dankbar. Aber ich kann es mir nicht vorstellen. Denn ich kenne genug Haustiere, die wegen Tumoren behandelt wurden oder daran gestorben sind.)

    Da hast du sicher etwas falsch verstanden. Dass Tiere (zumindest die Vitamin C nicht selbst herstellen können) keinen arteriosklerosebedingeten Herzinfarkt bekommen, ist fakt! Was Krebs angeht schreibst du hier von Haustieren 🙂 Weißt du warum die Bevölkerung in den letzten Jahren eine starke Zunahme der Krebsrate erleiden musste? Durch die kontinuierliche Industriallisierung der Nahrungsmittelerzeugung. Chemische Zusätze, Mangel an essentiellen Stoffen und so weiter… und woher kommt das Futter für deine Haustiere? Bist du echt so naiv zu glauben, dass alles gut sein muss solange es in Deutschland zugelassen ist?

    PS: Meine Kommentare nicht zu veröffentlichen würde nur davon zeugen, wie unangenehm dir das alles ist… du musst ja nicht selbst drauf antworten… lass halt die anderen darauf argumentieren – OHNE ZENSUR!

    • Genau, das selbe tust du auch…

      Ich habe Dir bereits erklärt, wo der Unterscheid liegt. Ich argumentiere mit normalerweise methodisch korrekten Schlussfolgerungen. Wenn irgendwo etwas falsch ist, kannst Du das korrigieren. Stattdessen tust Du nur so als könnte man jede Kritik einfach umdrehen.

      Aber lass uns doch eher die Fakten auf den Tisch legen, aussortieren und ein Fazit erstellen

      Das steht im Eingangsartikel. Tu jetzt bloß nicht so als hättest Du irgendeine Moderatoren-Befugnis in meinem Blog.

      Die Pharma-Industrie ist nicht einflußreich?

      Ich habe nicht geschrieben, dass die Pharma-Lobby (wahrscheinlich meinst Du die) nicht einflussreich ist. Ich habe geschrieben, dass Du für Deine Behauptung…

      …dass [Pharma] einer (sic!) der reichsten und einflußreichsten Industrien der Welt

      …ist, keine Belge vorbringst. Melde Dich, wenn Du den Unterschied verstanden hast.

      Wieso sollte man, wenn man Geld verdienen möchte, ein billigeres Medikament auf den Markt bringen, was besser und länger wirkt – als die eigenen teuren minderwertigen Medikamente anzubieten, noch dazu wenn es keine Alternativen gibt?

      Wie ich sehe, verstehst Du die Vorgänge auf dem, was man Markt nennt, wirklich nicht. Ein Medikament, das in der Produktion kostengünstiger ist, kann man zu einem günstigeren Preis verkaufen. Und wenn der Unterschied zu den Konkurrenzprodukten hinreichend groß ist, kann man es günstiger verkaufen und trotzdem eine höhere Rendite damit erzeilen. Deshalb ist jedes Unternehmen ständig bestrebt, seine Produkte kostengünstig zu produzieren.

      Wie ist sie? Belege?

      Auf Linkdropping gehe ich nicht ein. Entweder, Du sagst explizit, was Du über den afikanischen Markt behaupten willst und belegst das. Oder hör einfach auf damit.

      Zudem es off-topic ist. Das Thema ist ein Vortrag von Matthias Rath und nicht der Medikamentenmarkt in Afrika.

      SEINE Präparate? Du weißt aber auch, dass es Vitamine an jeder Ecke zu kaufen gibt?

      Du weißt schon, dass sich Rath und seine Organisation durch den verkauf von Vitaminpräparaten finanzieren, oder? Solltest Du eigentlich, wenn Du so ein großer Kenner bist, wie Du behauptest.

      Sag mal, bist du Deutschlehrer? Argumentiere doch mal auf sachlicher Basis ,beruhend auf Fakten, mit mir.

      Reiß Dich gefälligst zusammen, Du bist hier zu Gast.

      Wenn ich sage, ich verlasse mich nur auf seriöse Quellen wie weltweit geführte Universitätsstudien, ist das deiner Meinung nach falsch?

      Die Methode, mit der Du offensichtlich zwischen seriösen und nicht seriösen Quellen unterscheidest ist falsch.

      …ist es vielleicht doch fährläßig genau dieses Vitamin C nicht zur Vorbeugung einzusetzen…

      Jeder, auch die Pharma-Industrie, rät zu einer angemessenen Versorgung mit Vitamin C und allen anderen Vitaminen.

      Ich red hier auch nicht davon, mit Vitamin C die Folgen eines Herzinfarktes zu beheben – das funktioniert sicher nicht!

      Du benutzt es als Argument für Raths Behauptung, dass Vitamine ein Allheilmittel gegen eine bereits bestehende Krebserkrankung sind.

      …erklär mir doch bitte mal meinen “Fehler” …

      Das habe ich bereits.

      Da hast du sicher etwas falsch verstanden.

      Nein, habe ich nicht. Ich habe es so wiedergegeben, wie Rath es in seinem Vortrag gesagt hat.

      Dass Tiere (zumindest die Vitamin C nicht selbst herstellen können) keinen arteriosklerosebedingeten Herzinfarkt bekommen, ist fakt!

      Und wieder würfelst Du Herzinfarkt und Krebs beliebig durcheinander. Und selbst hierfür: Wenn Du das behauptest, musst Du es auch belegen. (Und Zeitungsartikel und Youtube-Videos sind keine Belege.)

      Weißt du warum die Bevölkerung in den letzten Jahren eine starke Zunahme der Krebsrate erleiden musste?

      Weißt Du, dass man auch diese Behauptung erstmal belegen muss, bevor man sie hier herausposaunt?

      Bist du echt so naiv zu glauben, dass alles gut sein muss solange es in Deutschland zugelassen ist?

      Und hierfür gibt es die Gelbe Karte. Bei der nächsten persönlichen Beleidigug bist Du dauerhaft gesperrt.

      Meine Kommentare nicht zu veröffentlichen würde nur davon zeugen, wie unangenehm dir das alles ist…

      Wenn Du damit meinst, dass es mich nervt, wenn jemand immer wieder mit dem gleichen Zeug ankommt, das ich schon x-mal durchgeaut habe, dann stimmt das. Es nervt.

      …lass halt die anderen darauf argumentieren – OHNE ZENSUR!

      Das Zensur-Gedöns ist nicht nur absurd sondern fällt ebenfalls unter die Rubrik Beleidigung. Beim nächsten Mal gibt es auch dafür einen Platzverweis.

  19. Robert Müller says:

    Ich glaube wirklich, dass es intelligenter ist, die “Diskussion” hier abzubrechen…
    Wer selbst Esowatch als Beleg zum Besten gibt und Original-Studien als unseriöse empfindet… Mit deiner “gelben Karte” glaubst du wohl, dass ich mich angeriffen fühle, sorry 😉

    Ich bitte dich, glaube einfach weiter alles was dir erzählt wird, schluck alles was dein Arzt dir verschreibt und vorallem mach dir keine Gedanken um deine Gesundheit 😉

    CU, das ist mein letzter Besuch hier…

  20. Pingback: Psiram » Bericht zu Dr. Rath in Berlin

  21. Klaus Nhuram says:

    Im August 2003 erkrankte meine Frau mit 44 Jahren an einem Ovarialkarzinom. Nachdem ich mich mit der Rath Zentrale in Heerlen in Verbindung setze, kaufte ich innerhalb von 3 Monaten Pillen für fast 800 EUR. Ergebnis: In der Nacht zum 10. Dezember 2003 wurde die “Vitamintherapie mit sehr guten Heilungsaussichten” leider durch den Tod meiner Frau überschattet. Fazit: Kann sich nach dieser Meldung jeder selber bilden.

    • Ich bedaure sehr den Tod Ihrer Frau und hoffe, dass Rath sie wenigstens nicht von einer vielversprechenderen Therapie abgebracht hat. Auch wenn für solche Berichte grundsätzlich das gleiche gilt wie für subjektive Erfolgsberichte, nämlich dass sie keinen direkten Beleg darstellen, bin ich dankbar dafür, sie zu lesen. Denn dies verhindert, dass nur die vom “Therapeut” erwünschten Positiv-Berichte in Erscheinung treten. Deshalb herzlichen Dank für diesen Beitrag!

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